| Erholungsgebiet "Bruchwiesen"
Waldmohr
Die Pflanzen- und Tierwelt im Wandel der Jahreszeiten
März:
Das Scharbockskraut und eine Krankheit namens Skorbut
Schon
ab März blüht das Scharbockskraut in grossen Mengen auf den
nassen Aueböden. Der Name Scharbock bedeutete früher
Skorbut. Nach dem Winter galten die recht früh erscheinenden
Blätter dieser Pflanze als wichtige Vitaminquelle, die u.a. die
durch Vitamin-C-Mangel bedingte Krankheit Skorbut heilen konnte.
Mai - Juni:
Die Sumpfdotterblume schmeckt nicht jedem
Die Sumpfdotterblume liebt sehr nasse und nähr-
stoffreiche Standorte. Sie ist eine willkommene Nahrungsquelle für
nektarsaugende Insekten. Das Weidevieh dagegen verschmäht die Pflanze
wegen ihres scharfen Geschmacks.
April - Juli:
Bettsäächer und Kuckucks-Speichel
 Beide
Pflanzen finden sich an stark gedüngten Standorten, wobei die Kuckuckslichtnelke
hohen Grundwasserstand anzeigt. An ihr findet häufig
speichelartige Schaumklümpchen, im Volksmund Kuckucks-Speichel
genannt, in denen sich kleine Zikaden verbergen. Der Name Bettsäächer
für den Löwenzahn weist auf dessen harntreibende und die Verdauung
anregende Wirkung hin. Seine jungen Blätter können wie Salat
zubereitet werden.
Juni
- August:
Mädesüß im Honigwein
Das Mädesüß bildet auf nassen Brachwiesen
und in
Gräben mit anderen hochwachsenden, meist großblättri-
gen Kräutern üppige Hochstaudengesellschaften. Seine kleinen,
weißen Blüten duften stark. Der Name Mädesüß
bedeutet eigentlich metsüß, weil man die Blüten
früher zum Süßen des Honigweins verwendet hat.
Juli - Oktober: Brennessel und Co.:
Kinderstube der Schmetterlinge
Die große Brennessel und der rötlich
blühende
Wasserdost zeigen beide sehr stickstoffreiche Böden an. Einige
unserer bekanntesten Schmetterlingsarten wie Tagpfauenauge, Kleiner
Fuchs, Landkärtchen u.a. wachsen als Raupen an Brennesseln heran.
Sie werden von Vögeln verschmäht, da sie - wie ihre Futterpflanze
- durch ein brennendes Sekret geschützt sind.
Der
Distelfalter kann beim Nektarsaugen häufig an Wasserdost beobachtet
werden. Er ist ein Wanderfalter und fliegt alljährlich im Mai bis
Juni aus dem Süden ein, um sich hier bevorzugt auf Disteln zu vermehren.
Die blütenreiche Vegetation der Feucht- und Naßwiesen
beherbergt eine reichhaltige Insektenwelt, die ihrerseits Nahrungsgrundlage
für zahlreiche Vogelarten ist. Deshalb an dieser Stelle die Bitte:
nehmen Sie Ihre Hunde an die Leine, um brütende Vögel nicht
zu stören. Radfahren und Reiten sind daher nur eingeschränkt
gestattet (siehe Wanderkarte).
Die teils torfig teils sandig-lehmigen Aueböden,
die von Natur aus nährstoff- reich
sind, wurden bis in die 80er Jahre vorwiegend als Mähwiesen und
Weiden genutzt. Dazu mußten zuerst die Bachauewälder gerodet
werden. Da das Grundwasser im Gebiet hoch ansteht, wurden zum Zwecke
der Entwässerung schon vor etwa 100 Jahren Gräben
gezogen und der Glan begradigt und tiefer gelegt.
Durch den Wegfall der landwirtschaftlichen Nutzung und das Schließen
der Gräben können sich heute wieder blütenreiche Feucht-
und Naßwiesen sowie Röhrichtbestände ausbreiten. Sie
stehen unter gesetzlichem Schutz, da sie teilweise Tieren und Pflanzen
der weitgehend verschwundenen Moore und Auen als Lebensräume dienen.
Bei Hochwasser stellen die Flächen einen natürlichen Rückhalteraum
dar.
Bitte
respektieren Sie den Lebensraum der Tiere und Pflanzen.
Renaturierung des Glans:
Der Natur freien Lauf lassen
In
den Glan wurden Baumwurzeln als Strömungshindernisse eingebracht.
Durch das Umlenken der Strömung bilden sich Prallhänge aus
und mit der Zeit stellt sich der natürlich gewundene Lauf wieder
ein. Die gestaltende Kraft des Wassersschafft vielfältige Lebensräume,
die sich fortwährend verändern. Neu entstandene steile Uferabbrüche
können vom Eisvogel besiedelt werden. Der seltene Eisvogel braucht
etwa einen Meter hohe Steilufer an sauberen Bächen, in die er seine
Brutröhren gräbt. Im weichen Holz der bachbegleitenden
Weiden oder Erlen zimmert sich die Weidenmeise ihre Bruthöhle
selbst. Die Wurzeln der Erlen befestigen das Bachufer.

Der Teich lebt
In den Glan wurden Baumwurzeln als Strömungshindernisse
eingebracht. Durch das Umlenken der Strömung bilden sich Prallhänge
aus und mit der Zeit stellt sich der natürlich gewundene Lauf wieder
ein. Die gestaltende Kraft des Wassersschafft vielfältige Lebensräume,
die sich fortwährend verändern. Neu entstandene steile Uferabbrüche
können vom Eisvogel besie- delt werden. Der seltene Eisvogel braucht
etwa einen Meter hohe Steilufer an sauberen Bächen, in die er seine
Brutröhren gräbt. Im weichen Holz der bachbegleitenden Weiden
oder Erlen zimmert sich die Weidenmeise ihre Bruthöhle selbst.
Die Wurzeln der Erlen befestigen das Bachufer. Zwei neuangelegte Teiche
beleben das Landschaftsbild und wurden schnell als Nahrungsquelle und
Brutplatz von zahlreichen Wasservögeln angenommen. Im Sommer können
die schnellen Libellen beim Beutefang beobachtet werden. Heute vermehren
sich hier im zeitigen Frühjahr Grasfrosch und Erdkröte.
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