Ortsgemeinde Waldmohr
Waldmohr
ist eine der ältesten Siedlungen in der Westpfalz. Funde bezeugen, daß schon in
der Steinzeit hier Menschen lebten.
Aus keltischer Zeit finden sich
Hügelgräber und Reste von Eisenerzverhüttung. Ebenso gibt es Nachweise römischer Besiedlung, etwa im „Heiligtum von Waldmohr“ im
Hengstwald.
1190
Ein Friedrich „de Moran“, wohl ein
Angehöriger des Niederadels, wird als Gefolgsmann der Grafen von Homburg
erwähnt.
Es
bestand wohl auch in Waldmohr ein kleines, burgartiges „festes Haus“.
1219
Kaplan Thiederich von More begegnet als Zeuge in einer Schenkungsurkunde der
Homburger Grafen. Damals war Waldmohr also bereits Sitz einer Pfarrei mit einer
dem heiligen Georg geweihten Kirche.
1257
Graf
Friedrich von Homburg tauscht den Zehnten zu Bliesbrücken gegen die zum Kloster
Werschweiler gehörende „mul zu More“.
Damit wird erstmals die Mohrmühle bei Waldmohr erwähnt, die somit eine der
ältesten Mühlen der Pfalz ist.
14. Jh. Die
Herren von Homburg verpfänden Waldmohr mehrmals an die Grafen von Veldenz.
1383
Waldmohr wird als Sitz eines Schöffengerichts genannt.
1418 Der
Ortsname kommt als „Waltmore“
erstmals der heutigen Schreibweise nahe.
1449
Der Ort Waldmohr kommt
an die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken.
Er
verbleibt dort bis zum Untergang des Herzogtums in der Französischen Revolution
1794.
1547
Im Gerichtsdorf
Waldmohr leben 43 Bauern mit ihren Familien. Es ist damit der größte Ort im
Oberamt Zweibrücken.
Über
die Bartenfurt verläuft eine uralte Handels- und Geleitsstraße, die Waldmohr
mit Zweibrücken, Kusel und Kaiserslautern verbindet.
1567 Mit
Quirin Bender wird erstmals ein Waldmohrer Förster genannt. Als Sitz eines
Forstamtes knüpft Waldmohr heute noch an diese Tradition an.
1622 – 1635 Das
Dorf Waldmohr wird im Verlauf des 30jährigen Krieges mehrfach zerstört, weil es
„in den Straßen“ liegt.
1752
Bau des Eichelscheider
Hofes durch Herzog Christian IV. Er wird bald zum Zentrum einer weithin
bekannten Pferdezucht.
1763 Erstmals
wird die Ziegelhütte im Hengstwald erwähnt. Sie ist die Keimzelle des heutigen
Ortsteils Hengstwalder Ziegelhütte.
1764
Bau der altehrwürdigen
protestantischen Kirche, die heute noch die Silhouette des Ortes prägt.
1798
Waldmohr
wird Hauptort des gleichnamigen Kantons im Saardepartement und Sitz einer Mairie (Bürgermeisterei),
sowie eines Friedensgerichts.
1816
Die Pfalz kommt zu
Bayern. Waldmohr bleibt Kantonssitz und Zentralort für ein Verwaltungsgebiet,
das 17 380 Einwohner in 57 Dörfern umfaßt und von Kirkel im heutigen
Saarpfalzkreis bis Glan-Münchweiler reicht.
1848/49 Waldmohrer
Bürger beteiligen sich unter Führung des Gerichtsschreibers Veit Zöller rege an
der Pfälzischen Revolution.
Um 1850 Waldmohr
wird zum Zentrum einer blühenden Leinenweberei, die sich auf die Herstellung
von „Schamasstoffen“ spezialisiert und
bis um 1900 fortdauert.
Um 1880 zahlreiche
Waldmohrer Bürger finden Arbeit und Brot in den Steinkohlengruben des
Saarreviers, besonders in der Grube Frankenholz. Der Berufsstand der
Bergmannsbauern prägt bis in die 1950er Jahre die Sozialstruktur.
1900 – 1905 Die
Grube „Consolidiertes Nordfeld“ gibt zeitweise 500 Bergleuten Arbeit und Brot,
bevor sie 1905 wegen Wirtschaftsspekuationen zusammenbricht.
1920
Waldmohr und sein
Umland leiden stark unter der Saargrenzziehung. Der Kantonshauptort muß einen
Großteil seiner Kompetenzen an das Bezirksamt Kusel abgeben, dem er 1920 als Bezirksamtsaußenstelle unterstellt
wird.
1947
Waldmohr bleibt auch
nach der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz selbständige Gemeinde und meistert
die mit der erneuten Saarabtrennung verbundenen Probleme.
1964
Der Ort beginnt mit der
Erschließung von Industriegebieten im Westen der Gemarkung. Damit wird die
Grundlage des heutigen Industriestandortes Waldmohr geschaffen.
1971
Nach Abschluß der
Gebietsreform in Rheinland-Pfalz erhält Waldmohr durch die Bildung der Verbandsgemeinde Waldmohr als deren
Sitzgemeinde wenigstens einen Teil seiner „historischen Kompetenzen“ zurück.
Heute
präsentiert sich Waldmohr als großzügig angelegter Ort mit zahlreichen
Geschäften, Banken und anderen wichtigen Versorgungseinrichtungen, stattlichen
Häusern und breiten Straßen als wichtiges Unterzentrum der Region. Es hat sich
zum wirtschaftlichen Mittelpunkt und
zu einem leistungsfähigen und expansiven Industriestandort entwickelt, der über
direkten Autobahnanschluß verfügt.
Zahlreiche
Industrie- und Handwerksbetriebe
haben sich hier angesiedelt und Waldmohr zum bedeutendsten Industriestandort im
Landkreis Kusel werden lassen.
Dennoch
konnte Waldmohr in seinem „Kranz von Wäldern“ auch seinen Charakter als
Fremdenverkehrsort mit hohem
Freizeitwert und großer Wohnqualität
bewahren.